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Monatsthema Januar 2012: Wüsten in Lateinamerika

Valle de la LunaWüste? Nichts als Sand, Trockenheit und Hitze… – Das ist die typische Vorstellung. Doch eine Wüste hat noch viel mehr zu bieten als das. Deshalb möchten wir Ihnen in diesem Monat die vielseitigen Wüsten Lateinamerikas vorstellen.

Doch wie ist eine Wüste überhaupt definiert?

Allgemein wird ein Gebiet, bei dem die Vegetation weniger wie 5% der Oberfläche bedeckt, aufgrund von fehlender Wärme, Überweidung oder Wassermangel, als Wüste bezeichnet.

Dabei gibt es ganz verschiedene Wüstenarten:

Lençóis MaranhensesZunächst einmal die typische Sandwüste, deren Oberfläche größtenteils aus Quarzsand besteht. Hier sind die Lebensbedingungen am schwersten. Meist findet man beeindruckende Dünen vor, so z.B. auch im Nationalpark Médanos in Venezuela. Hier gibt es bis zu 40m hohe Dünen! Die einzige Wüste Brasiliens, die Lençóis Maranhenses, ist sogar ein einziges Dünengebiet. Da hier die Niederschlagsrate relativ hoch ist, bietet sich ein wunderschönes Naturschauspiel aus weißem Sand und Seen mit blauem, kristallklarem Wasser.

Desweiteren gibt es die Stein- und Felswüsten. Hierbei ist die Oberfläche meist von, durch Verwitterung oder Auswehung entstandenem, Schutt- und Felsmaterial bedeckt. Ein Beispiel hierfür ist die Siloli-Wüste in Bolivien, in der neben bizzaren Felsformationen auch ein Vulkan und Lagunen mit Andenflamingos vorzufinden sind, sowie die dazugehörige Steinwüste Salvador-Dalí.

Felsformation in der Siloli-WüsteIn Küstennähe entstehen oft Nebelwüsten, bei denen trotz einer geringen Niederschlagsrate eine regelmäßige, starke Nebelbildung stattfindet. Grund dafür sind meist kalte Meeresströme, die beim Abkühlen der warmen Luft zur Kondensation und somit zu Nebel führen. Zu diesem Wüstentyp gehört die Atacamawüste im Norden Chiles. Obwohl diese gleichzeitig auch die trockenste Wüste der Welt ist, verwandelt sie sich alle paar Jahre in ein buntes Blumenmeer. Die Baja-California-Wüste in Mexico lässt sich auch in diese Kategorie einordnen. Hier lassen sich sogar einige endemische Tier- und Pflanzenarten entdecken.

Faszinierend sind vor allem so genannte Salzwüsten. Diese entstehen meist jedoch nicht, wie vielleicht vermutet, durch ein ehemaliges Meer, sondern durch Verdunstung von salzhaltigen Ablagerungen, welche von umliegenden Gebirgen hinuntergeschwemmt wurden. Bewundern kann man diese Wüstenart z.B. in der Salar de Uyuni in Bolivien.

Die Puna in Argentinien dient, durch ihre Lage auf einer Höhe von bis zu 4000m, als Beispiel für eine Hochwüste, und die Tatacoa-Wüste in Kolumbien, die zwischen zwei Gebirgszügen liegt, als eine Regenschattenwüste.

Im Laufe des Monats werden wir Ihnen einige der oben genannten Wüsten Lateinamerikas noch genauer vorstellen.


Salar de Atacama

Fotoquelle: Turismo Chile, Kunde Hr. Martin, Fremen Tours, Ministerio do Turismo

Geposted am 03.01.2012 unter

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