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Weihnachten in Ecuador - Paraden, Krippen und Familie

Kirche La Compania in QuitoBei der katholischen Bevölkerung des Landes ist Weihnachten ein wichtiges Fest. In vielerlei Hinsicht ähnelt es unserem Weihnachten – es ist ein Fest der Familie und der Liebe. Auch für Touristen ist es interessant, so gibt es in verschiedenen Dörfern und Städten des Andenhochlandes beispielsweise kleine Paraden zu Ehren von Gott – genannt „Pase del Niño“ (die Prozession des Jesuskindes).

Auch in Quito kann man an dieser fröhlichen Veranstaltung teilnehmen. Als Hirten, Könige, Jungfrauen und Engel verkleidete Kinder und Erwachsene sowie Gruppen von Musikern und Tänzern flanieren Weihnachtslieder singend durch die Ortschaften. In Quito begleiten sie ein Christusbild von Kirche zu Kirche. Besonders schön ist der Umzug in der Altstadt von Quito, die mit ihren kolonialen Häusern einen schönen Hintergrund für dieses Spektakel bildet. Auch am 6. Januar kann in Quito noch eine Pase del Niño beobachtet werden: Die Priester und Brüder des Klosters San Francisco prozessieren, verkleidet als Bibelcharaktere, mit einer wunderschönen Statue durch die Straßen. Eine ungewöhnliche Pase del Niño kann in Conocote, einem Dorf in der Nähe von Quito, beobachtet werden. Hier ziehen Clowns und Tänzer mit Besen durch die Stadt, es gibt kleine Feuerstellen und Feuerwerke.

Aber auch ohne Parade ist es schön, während der Weihnachtszeit durch Quitos Altstadt zu gehen. Die kolonialen Kirchen und Konvente der Stadt können besichtigt werden, die Straßen sind lebhaft und voller Einheimischer, der Duft von Weihrauch und Straßenmusiker sorgen für eine festliche Stimmung.

Ecuadorianische Großfamilien versammeln sich am 24. Dezember zu einem reichhaltigen In der Kirche San Francisco / QuitoWeihnachtsdinner. Übliche Hauptgerichte sind Spanferkel, Truthahn oder mit Rosinen gefülltes Huhn, dazu gibt es die besten Leckereien der Saison, z.B. „arroz jardinero“ (Reis nach Gärtnerart mit Gemüse). Traditionelle Desserts sind Schokoladenkuchen, Pristiños (eine lokale Süßigkeit mit Zuckerrohrsirup) oder buñuelos, süße krapfenartige Teigbällchen mit einer Sauce auf Basis von Honig und Karamell.

Wie auch in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern gehört die Krippe zum Weihnachtsfest dazu. Die Krippen werden mit viel Fantasie gestaltet und in den Häusern oder auch im Freien aufgestellt. In manchen Orten entsteht zwischen Stadtteilen, Kirchen, Gemeinden, Universitäten und sonstigen Einrichtungen ein richtiger Wettbewerb darum, wer die schönste Krippe hat!

Kaum zu übersehen ist die 20 m hohe metallene Krippe auf dem „El Panecillo“ – dem Hügel im Stadtzentrum von Quito. Sie ist schon von weitem zu sehen – da mit über 60.000 Lichtern geschmückt - und zeigt die Geburt des Jesuskindes in einer typischen Darstellung. Der auf dem Panecillo fest installierten Statue von Maria (die das ganze Jahr über zu besichtigen ist) werden Joseph und die Heiligen Drei Könige zur Seite gestellt. Im Kloster San Francisco in Quito kann zur Weihnachts- und Vorweihnachtszeit und auch noch bis in den Januar hinein jedes Jahr eine Krippenausstellung mit bis zu einhundert verschiedenen Krippen besucht werden.

Kirche San Francisco in der Altstadt QuitosSofern die Familie es sich leisten kann, gibt es einen Weihnachtsbaum (oft reich und kunterbunt geschmückt). Natürlich gehören auch der weihnachtliche Kirchenbesuch (misa de gallo = Mitternachtsmesse) und der Besuch eines (oder die Teilnahme an einem) Krippenspiel für die meisten Ecuadorianer zur jährlichen Tradition.

In den neun Tagen vor Weihnachten – vom 16.-24.12. – treffen sich Familien und Nachbarn zur „Novena del Niño Jesús“ (Andacht zu Ehren des Jesuskindes). Gemeinsam wird aus der Bibel gelesen, Weihnachtslieder werden gesungen und Gebete für Jesus Christus gesprochen, um das Christuskind so willkommen zu heißen.

Spezielle Weihnachtsbräuche finden sich in verschiedenen Orten rund um Quito. So ist beispielsweise das Dorf Calderón nördlich der Hauptstadt bekannt für seine weihnachtlichen Marzipanfiguren in allen Formen, Größen und Farben. Das Dorf La Merced südwestlich von Quito dehnt die Weihnachtsfeierlichkeiten etwas aus – hier wird von Anfang Dezember bis Anfang Februar gefeiert! Das Dörfchen Puembo ist bekannt für seine Heilig Drei König Feierlichkeiten mit Tänzen und Verkleidungen.

 

Quellen Fotos: Ministerio de Turismo de Ecuador, Southern Sky Tours

Geposted am 02.12.2011 unter

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